Saunaaufguss selber machen: Rezepte und Anleitung

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Ein duftender Aufguss ist für viele das Herzstück eines Saunagangs – und das Gute ist: Du kannst dir einen Saunaaufguss ganz einfach selber machen, ob für die heimische Sauna oder als Mitbringsel. Mit Wasser, ein paar Tropfen ätherischem Öl und der richtigen Kelle zauberst du im Handumdrehen deinen eigenen Lieblingsduft. In diesem Ratgeber erfährst du, was du brauchst, wie das richtige Mischverhältnis aussieht, welche Rezepte sich bewährt haben und worauf du bei der Sicherheit achten musst.
Was du für deinen Aufguss brauchst
Bevor es losgeht, legst du dir ein paar Dinge zurecht. Viel ist es nicht, aber die Qualität macht den Unterschied:
- Aufgusswasser: Normales kaltes Leitungswasser genügt, idealerweise in einem hitzebeständigen Eimer oder einer Kanne. Manche schwören auf weiches Wasser, weil es weniger Kalkränder auf den Steinen hinterlässt.
- Ätherische Öle: Greife ausschließlich zu naturreinen, ausdrücklich saunatauglichen ätherischen Ölen aus dem Wellness- oder Saunabedarf. Parfümöle oder Duftöle für Lampen haben auf den Steinen nichts zu suchen. Welches Öl wofür gut ist, erklärt der Ratgeber zur Aromatherapie mit ätherischen Ölen.
- Aufgusskelle: Eine Holzkelle (oft mit langem Stiel) zum portionsweisen Aufgießen. So dosierst du gleichmäßig und kommst nicht zu nah an den heißen Ofen.
- Aufgusshandtuch oder Wedel: Zum Verteilen der heißen Luft im Raum.
- Optional: ein Esslöffel Honig, etwas grobes Salz oder getrocknete Kräuter für besondere Rezepte.
Das Grundrezept und das richtige Mischverhältnis
Das Grundprinzip ist immer gleich: Du mischst kaltes Wasser mit wenigen Tropfen ätherischem Öl. Als Faustregel gilt:
Auf 1 Liter Wasser kommen 5 bis 10 Tropfen ätherisches Öl.
Für eine kleine Heimsauna reichen oft schon 0,5 Liter mit 3 bis 5 Tropfen. Rühre die Mischung vor jeder Kelle kurz um, denn Öl und Wasser trennen sich. Lieber etwas zurückhaltend dosieren – nachlegen kannst du immer, herausholen nicht.
Ganz wichtig für die Sicherheit: Gib niemals reines ätherisches Öl direkt auf die heißen Steine. Unverdünntes Öl kann sich an den über 80 °C heißen Steinen schlagartig entzünden und eine Stichflamme verursachen. Das Öl gehört immer erst ins Wasser, gut verrührt, und dann erst in die Kelle. Diese eine Regel ist nicht verhandelbar.
5 Rezept-Ideen für deinen Saunaaufguss
Hier kommen fünf bewährte Mischungen. Die Mengen beziehen sich jeweils auf etwa 1 Liter kaltes Wasser.
Eukalyptus und Minze – der Frische-Klassiker
Etwa 5 Tropfen Eukalyptus plus 3 Tropfen Pfefferminze. Diese Mischung wirkt kühl und befreiend und ist der Klassiker für einen klaren Kopf. Ideal, wenn du dich nach einem langen Tag durchpusten lassen willst. Für Einsteiger eher sparsam dosieren, der Frischekick ist intensiv.
Zirbe – das Aroma der Berge
6 bis 8 Tropfen Zirbenöl. Der harzig-warme Duft der Zirbe (auch Arve genannt) erinnert an einen Alpenwald und gilt als ausgesprochen beruhigend. Ein wunderbares Rezept für den Abend, wenn du herunterkommen und entspannen möchtest.
Zitrus – spritzige Sommerlaune
Je 3 Tropfen Orange und Zitrone, dazu 2 Tropfen Grapefruit. Zitrusöle bringen eine fröhliche, spritzige Note in die Kabine und gelten als stimmungsaufhellend. Perfekt für den Vormittag oder wenn du einen kleinen Muntermacher brauchst.
Lavendel – sanft und entspannend
5 bis 7 Tropfen Lavendel. Der blumig-krautige Duft ist der Inbegriff von Entspannung und passt hervorragend zum letzten Saunagang vor dem Schlafengehen. Lavendel ist auch ein guter Einstieg für alle, die intensive Düfte (noch) nicht mögen.
Honig und Salz – das Wellness-Erlebnis
Löse 1 Esslöffel Honig in warmem Wasser auf, gib eine kleine Prise feines Salz und nach Wunsch 3 Tropfen mildes Öl wie Orange dazu. Den Honig trägst du vor dem Schwitzen dünn auf die Haut auf; der aufsteigende Dampf macht die Haut wunderbar weich. Ein Aufguss, der gleich noch ein Pflege-Erlebnis ist.
So führst du den Aufguss richtig durch
Ein gelungener Aufguss ist mehr als nur Wasser über die Steine kippen. So gehst du vor:
- Vorbereiten: Mische dein Aufgusswasser an und rühre es gut um. Sorge dafür, dass alle Saunagäste sitzen und bereit sind.
- Lüften: Öffne kurz die Tür und wedle einmal durch, damit frischer Sauerstoff in die Kabine kommt. Das verbessert die spätere Hitzewahrnehmung.
- Aufgießen: Gieße das Wasser in mehreren kleinen Schüben langsam über die heißen Steine – nicht alles auf einmal. So entsteht der Dampf gleichmäßig.
- Verteilen: Schwinge das Handtuch oder den Wedel, um die heiße, duftende Luft im Raum zu verteilen. Drei bis vier Runden reichen meist.
- Genießen: Setz dich, atme ruhig und spüre, wie sich die Hitze anfühlt. Wer den kompletten Ablauf eines Saunagangs nachlesen möchte, findet alles in der Anleitung zum richtigen Saunieren für Anfänger.
In der öffentlichen Sauna übernimmt das der Saunameister – zu Hause bist du selbst dran. Welche Umgangsformen dabei gelten, klärt der Knigge mit den wichtigsten Sauna-Regeln.
Sicherheit und häufige Fehler
Mit ein paar Vorsichtsmaßnahmen bleibt der Aufguss ein reines Vergnügen:
- Nie unverdünntes Öl auf die Steine geben (Brandgefahr).
- Nicht überdosieren: Zu viel Öl reizt Atemwege und Augen. Weniger ist mehr.
- Wasser portionsweise aufgießen, nicht den ganzen Liter auf einmal – sonst kühlt der Ofen aus.
- Auf andere Rücksicht nehmen: Frag in gemeinsamen Saunen, ob alle mit dem Duft einverstanden sind. Stark riechende Öle sind nicht jedermanns Sache.
- Vorsicht bei Atemwegsproblemen: Eukalyptus und Minze können bei empfindlichen Personen oder kleinen Kindern zu intensiv sein.
Wer eine sanftere Alternative zur trockenen Hitze sucht, für den lohnt der Vergleich Sauna oder Dampfbad – im Dampfbad arbeitet man ganz anders mit Düften.
Häufige Fragen (FAQ)
Kann ich jedes ätherische Öl für den Aufguss nehmen?
Nein. Verwende ausschließlich naturreine, ausdrücklich als saunatauglich gekennzeichnete ätherische Öle. Synthetische Parfümöle, Duftöle für Duftlampen oder unverdünnte Speiseöle gehören nicht auf die Saunasteine. Sie können verbrennen, unangenehm riechen oder schädliche Dämpfe freisetzen.
Wie viel Öl kommt auf einen Liter Wasser?
Als Faustregel gelten 5 bis 10 Tropfen ätherisches Öl pro Liter kaltem Wasser. Für eine kleine Heimsauna reichen oft schon 3 bis 5 Tropfen auf einen halben Liter. Dosiere lieber zurückhaltend und rühre die Mischung vor jeder Kelle gut um, da sich Öl und Wasser trennen.
Warum darf ich kein reines Öl auf die Steine geben?
Reines ätherisches Öl kann sich an den über 80 Grad heißen Saunasteinen schlagartig entzünden und eine Stichflamme auslösen. Deshalb wird das Öl immer zuerst im Wasser verdünnt und gut verrührt, bevor du den Aufguss portionsweise aufgießt. Diese Sicherheitsregel ist absolut bindend.
Welcher Aufguss eignet sich für Anfänger?
Milde, blumige Düfte wie Lavendel oder eine sanfte Zitrusmischung sind ideal für den Einstieg. Sie sind angenehm, aber nicht so intensiv wie Eukalyptus oder Minze. Beginne mit wenig Öl und steigere dich langsam, bis du deinen Lieblingsduft und die passende Stärke gefunden hast.
Wie oft kann ich während eines Saunagangs aufgießen?
In der Regel reicht ein Aufguss pro Saunagang aus, meist gegen Ende der Aufwärmphase. Ein zweiter, kleinerer Schub ist möglich, sollte aber nicht übertrieben werden, damit der Ofen nicht zu sehr auskühlt und die Luft nicht zu schwer mit Duft wird.


